Den Mond fotografieren

Dem Mond und seinem Licht kommen in der Landschaftsfotografie eine wichtige Rolle zu. Lerne, wie du den Mond fotografieren kannst.

Kameraeinstellungen um den Mond fotografieren zu können.

Der erste Gedanke ist: Es ist dunkel in der Nacht, der Mond muss dunkel sein! Ist leider falsch. Logisch betrachtet wird die helle Seite des Mondes von der Sonne aufgehellt. Die gleiche Sonne, die tagsüber auch die Erde erhellt. Hinzu kommt, dass das Mondgestein sehr viel Licht reflektiert. Je voller der Mond, desto mehr Licht gelangt zur Erde. Damit du den Mond richtig belichten kannst, benötigst du Kameraeinstellungen wie bei Tage.

Verwende folgende Einstellungen, um den Vollmond fotografieren zu können:
  • Manueller Modus M
  • Blende f/8
  • Brennweite >200mm
  • ISO 100
  • Belichtungszeit 1/200s
  • Manueller Fokus
  • Stativ
  • Fernauslöser

 

Für das genaue Vorgehen, lies einfach weiter.

den mond fotografieren
(c) Stefan Liebermann

Den Mond fotografieren: Die Brennweite

Möchtest du nur den Mond als freigestelltes Objekt fotografieren, brauchst du eine sehr große Brennweite von mehr als 200mm. Damit der Mond in deinem Foto auch groß erscheint, brauchst du sogar 600mm Brennweite und mehr. Andernfalls wird der Mond nur eine kleine Fläche auf dem Bildsensor einnehmen.

Möchtest du den Mond hingegen als Teil einer Landschaft fotografieren, so kannst du entsprechend auch mit einem Weitwinkelobjektiv arbeiten. Hier besteht jedoch das Problem, dass der Mond sehr viel heller ist, als die Landschaft in der Nacht. Der Kontrast ist der gleiche, wie zwischen der Sonne am Himmel und der Landschaft bei Tageslicht. Deshalb musst du auf jeden Fall mit einem HDR arbeiten, damit der Mond nicht überbelichtet. Später mehr dazu.

Fotos vom Mond anfertigen

Den Mond fotografieren: Die Belichtungszeit

Damit der Mond kein überbelichteter Fleck im Foto wird, musst du diesen mit einer deutlich kürzeren Belichtungszeit fotografieren, als du es von der Nachtfotografie gewöhnt bist. Je voller der Mond, um so kürzer musst du die Belichtungszeit einstellen. Wenn der Mond voll ist, wirst du feststellen, dass es auch in der Nacht nicht richtig dunkel ist. Die Leuchtkraft des Mondes ist dann deutlich höher.

Bei Blende f/8 und ISO100 brauchst du folgende Belichtungszeiten:

  • Mondsichel 1/50s
  • Halbmond 1/100s
  • Vollmond 1/200s

 

Im Kontrast zu diesen Belichtungszeiten steht die Belichtungszeit, die du eigentlich von der Nachtfotografie gewöhnt bist. Dort sind 30s bei einer offenen Blende (f/2.8 oder niedriger) vollkommen normal. Der Mond hat eine enorme relative Leuchtkraft, verglichen mit dem Vordergrund in deinem Foto.

Wenn du ein eher weitwinkliges Foto in der Nacht mit dem Mond anfertigst und du möchtest, dass der Mond kein weißer Fleck ist, sondern mit all seinen Strukturen erkennbar, so musst du mit einem HDR Foto arbeiten, oder dich mit sogenannten Luminanzmasken beschäftigen. Es ist nicht möglich den Mond und eine dunkle Landschaft in der Nacht ausgewogen belichtet in einem Foto festzuhalten!

Der 29,5 Tage Zyklus des Mondes

In der Landschaftsfotografie ist es noch wichtiger als die Kameraeinstellungen zu verstehen, dass du dein Motiv kennst. Hierzu musst du dir den Mondzyklus genauer anschauen. Der Mond braucht 29,5 Tage, um die Erde einmal zu umrunden. Der Mond ist immer dann ein Vollmond, wenn sich die Erde exakt zwischen Sonne und Mond befindet. Daraus folgen einige interessante Zusammenhänge.

Zum Zeitpunkt des Sonnenaufgangs ist dann Vollmonduntergang. Geht die Sonne im Osten auf, so versinkt der Vollmond im Westen am Horizont. Bei Sonnenuntergang im Westen geht der Vollmond im Osten auf. Das interessante daran ist, dass zum Zeitpunkt jeweils noch genügend Tageslicht vorherrscht, dass der Vordergrund und der Mond etwa gleichhell sind.

Ist es Mitternacht, dann steht der Vollmond am höchsten Punkt am Himmel. Um Mitternacht ist die Sonne entsprechend auf der anderen Seite der Erdkugel.

Das Wetter einplanen

Möchtest du den Mond fotografieren, dann sind dein größtes Problem Wolken. Auch wenn der Mond alle 29,5 Tage als Vollmond in Erscheinung tritt und du damit die Möglichkeit hast, diesen 13 Mal pro Jahr fotografieren zu können, ist das Wetter meistens unpassend. Verwendest du eine herkömmliche Wetterapp hast du nun das Problem, dass diese nur die Wolken an einem ausgewählten Ort beachtet. Die Wetterapp kann dir demnach einen klaren Himmel für deinen Fotospot zeigen, aber dennoch können sich Wolken in der Himmelsrichtung des Mondes befinden.

Damit dies nicht passiert, haben wir bei VIEWFINDR extra für Landschaftsfotografen eine Wettervorhersage entwickelt, bei der wir die Wolken am Himmel 3D erfassen. Wenn VIEWFINDR für einen Ort klaren Himmel vorhersagt, dann gilt dies für den gesamten Umkreis, so dass auch der Horizont frei von Wolken ist und du den Mondaufgang fotografieren kannst.